Jahresabschlussbericht November 2026
Allgemeines
Das zweite Vereinsjahr war unser bisher arbeitsreichstes. Wir haben jetzt 9 Mitglieder, im Vorjahr waren es 8. Unser Schwerpunkt hat sich von einzelnen Platinen auf das Gesamtsystem verlagert: Hardware, Firmware, Linux-Image, Server und Fernverwaltung. In unseren Repositories sind seit April über 600 Commits zusammengekommen.
Remote-Station Gunskirchen – QRV!
Unser wichtigstes Ziel für 2026 ist erreicht. Die erste Remote-Station hängt in Gunskirchen an einer Diamond X200 und steht ab sofort unseren Mitgliedern zum Testen zur Verfügung.
Derzeit arbeitet die Station auf 2 m. Das zweite FM-Modul für 70 cm bauen wir noch bis Ende des Jahres, dann ist die Station auf beiden Bändern der X200 QRV.
Hardware
- FM-Modul (SA818): Wir haben vom STM32F3 auf den STM32U575 gewechselt, Hardware und Firmware sind fertig. Damit sind die USB-Probleme behoben, und alles funktioniert. Das Modul meldet sich am CM4 als USB-Verbundgerät mit drei Funktionen an: CDC-ACM für die Steuerung, UAC2 für Audio und DFU für Updates.
- Debug-Board und HIL-Testplatz: Seit September wird jede Firmware vor der Freigabe automatisch auf echter Hardware getestet: Flashen, USB-Enumeration, DFU-Update und Audio-Loopback. Den Testplatz selbst richten wir per Ansible ein.
- KiCad-CI: Alle Module haben eine überarbeitete Doku und automatische, versionierte Releases. Schaltplan, Stückliste und Fertigungsdaten erzeugen wir direkt aus KiCad mit KiBot.
Firmware FM-Modul (Zephyr)
- Audio läuft in beiden Richtungen (RX und TX) mit 8 kHz über USB, mit Hardware-Timing.
- Der MCUboot-Bootloader mit signierten Images erlaubt sichere Remote-Updates über USB-DFU.
- Das Modul beschreibt sich selbst: Es meldet Typ, Seriennummer (UID), Firmware-Version und Audio-Fähigkeiten an die Station.
Linux-Image (Yocto)
- Umstellung auf Yocto 6.0 LTS mit Kernel 6.18 auf dem Raspberry Pi CM4
- Ausfallsichere A/B-Updates mit Healthcheck und automatischem Rollback
- Eine Audio-Pipeline (GStreamer/Opus) mit DSP-Kette für die TX-Pegelanpassung
- Firmware-Updates der Funkmodule direkt von der Station aus
Simulation & Tests
Fast das ganze System lässt sich bei uns auch ohne echte Hardware betreiben. Eine virtuelle Station in QEMU läuft mit demselben Linux-Image wie die echte Station. Dazu kommen ein simuliertes FM-Modul (SA818) und die Zephyr-Firmware als native_sim. Damit können wir neue Funktionen von der Weboberfläche bis zur Firmware durchgehend testen, bevor sie auf die echte Station in Gunskirchen kommen. Den letzten Schritt auf echter Hardware übernimmt der HIL-Testplatz.
Weboberfläche: remote.oe5xrx.org
Die Weboberfläche war im April noch für 2026/2027 angekündigt. Sie ist schon unter remote.oe5xrx.org in Betrieb und bietet:
- Funkbetrieb im Browser: RX und TX mit PTT, Sendesperre (TX-Lock), Pegelanpassung und Audio-Diagnose
- Stationsverwaltung mit Live-Status, Telemetrie und Alarmierung per E-Mail, Telegram und Web-Push
- Updates mit stufenweisem Rollout (Dev- und Release-Kanal) für Image und Modul-Firmware
- Ein Remote-Terminal im Browser
- Rollenbasierte Benutzerverwaltung, ein zentrales Login (SSO) für alle Vereinsdienste und eine REST-API
Vereinsinfrastruktur
- Der Server ist mit Terraform aufgebaut, Backups liegen offsite in Cloudflare R2, das Monitoring läuft über Grafana und Prometheus.
- Für die Bauteilverwaltung nutzen wir InvenTree, mit Abgleich der Stücklisten aus KiCad.
- Der Verein hat ein neues Logo und ein einheitliches Erscheinungsbild über alle Webseiten bekommen.
Finanzen
Die finanzielle Lage ist weiterhin angespannt. Mit dem neuen Mitglied und der Hilfe unserer Sponsoren konnten wir die Arbeit weiterführen. Für weitere Stationen sind wir aber auf zusätzliche Sponsoren und Förderungen angewiesen.
Vereinstreffen
Am 20. November 2026 ab 17:00 Uhr gibt es ein Vereinstreffen im Golden Pub in Linz-Urfahr. Dort schulen wir die Mitglieder in der Bedienung der Remote-Station. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Ausblick 2027
- Dauerbetrieb in Gunskirchen und Erfahrungen im Betrieb sammeln
- 70-cm-Betrieb in Gunskirchen mit dem zweiten FM-Modul (Bau bis Ende 2026)
- 1–2 weitere Remote-Stationen aufbauen
- Weitere Hardware-Module entwickeln, zum Beispiel ein LTE-Modem für Standorte ohne Festnetz- oder HAMNET-Anbindung
- Die Software weiter ausbauen:
- Eine Repeater-Liste in der Weboberfläche
- Sekundäre, passive Dienste wie APRS, die die Stationen nebenbei betreiben
- Remote-Funkbetrieb für alle Mitglieder
- Weitere Mitglieder und Sponsoren gewinnen